Nächste Termine

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Ein Friedhof mag auf den ersten Blick nicht wie der klassische Ort für einen Plakatworkshop erscheinen. Gerade der Ohlsdorfer Friedhof bot jedoch eine Fülle an inspirierenden Motiven. So fanden wir eindrucksvolle Skulpturen, Grabsteine und eine vielfältige Pflanzenwelt vor, welche viele Anregungen für unsere Zeichnungen lieferten.
Bevor wir uns auf Motivsuche begaben, hieß es zunächst: locker werden. Eli hatte verschiedene kleine Gegenstände mitgebracht, die wir zunächst blind und anschließend mit der nicht-dominanten Hand zeichneten. Diese spielerische Aufwärmübung brachte nicht nur die Zeichenmuskeln in Bewegung, sondern half auch dabei, den eigenen Perfektionismus für einen Moment loszulassen.


Anschließend sammelten wir unsere Eindrücke in kleinen Rechtecken und Quadraten auf dem Papier. So entstand nach und nach eine Motivsammlung der umliegenden Grabkunst. Aus diesen Beobachtungen entwickelten wir schließlich unsere eigenen Plakatentwürfe.


Zur Inspiration schauten wir uns die Arbeiten verschiedener Plakatgestalter*innen an, darunter Helmut Brade und Julieta Canepa. Die unterschiedlichen gestalterischen Ansätze eröffneten vielfältige Möglichkeiten, Zeichnung und Text miteinander zu verbinden. Gemeinsam gingen wir der Frage nach, was ein gelungenes Plakat ausmacht: Wo platziere ich eine Headline? Was sind Sublines und Störer? Anschließend ging es an die Umsetzung der eigenen Ideen.






Auch das Wetter zeigte sich dabei ebenso abwechslungsreich wie unsere Entwürfe. Zwischen Regenschauern und sonnigen Momenten entstanden Plakate, die von den wechselnden Bedingungen eher beflügelt als gebremst wurden.
Wasser zu zeichnen ist SCHWIERIG. Wir haben daher einen neuen Ansatz ausprobiert: Nur einen kurzen Blick auf die Wasseroberfläche werfen und anschließend den ersten Eindruck auf dem Papier wie ein Muster weiterführen, ohne das Wasser dabei noch einmal zu beobachten.




Für die nächste Wasser-Zeichenübung wanderten wir stromabwärts am Elbstrand entlang. Durch den Sand aber nah an der Vegetation um zumindes ein wenig Verschattet zu bleiben. Am ehemaligen Unterfeuer der nächste „Zeitchentrick“: Wasser zeichnen, ohne das Wasser zu zeichnen. Das Aussparen der Wassers spart nicht nur viel Zeit, sondern lässt den Kopf des Betrachters automatisch die Wasseroberfläche in den Leerraum interpretieren.










An unserem Ziel – den Wracks der MS UWE und Postjernan – zeigte sich das aktuell historische Niedrigwasser der Elbe. Das sonst auch bei Niedrigwasser umspülten Wrack der Postjernan lag komplett auf dem trockenen. Hier haben wir frei und ohne feste Aufgabenstellung gearbeitet.







In der japanischen Tuschezeichnung findet sich etwas, das in den Gemälden der westlichen Welt oft fehlt: die freie Fläche, der Negativraum – kurzum, das bewusste Freilassen. Welcher Ort wäre dafür geeigneter als der japanische Garten in Planten un Blomen?


Um uns diesem Negativraum anzunähern, gab Martin uns zunächst eine Aufgabe mit auf den Weg: Mit nur drei Strichen Spannung auf das Blatt zu bringen. Dass wir kurz darauf noch ein viertes Element auf die bereits fertige Seite setzen sollten, stellte so manches Konzept auf den Kopf und veränderte unsere sorgsam angelegten Bildkompositionen grundlegend.


Mit dieser gedanklichen Übung im Hinterkopf widmeten wir uns anschließend den Motiven des Gartens. Zunächst arbeiteten wir ausschließlich mit schwarzer Farbe, später dann ohne weitere Einschränkungen. Die freie Fläche blieb dabei ein wesentlicher Bestandteil unserer Zeichnungen – nicht weniger wichtig als die gesetzten Linien selbst.






Es sind noch viele weitere Bilder entstanden, doch gegen Ende gab der Akku meines Smartphones auf. Aber haben wir nicht ohnehin nur für den Moment gezeichnet?

Unbemerkt von der Hochbahnwache haben wir heute eine Pop-Art-Gallerie neben dem Elbtower in der Station „Elbbrücken“ eröffnet. Mit frischen Gouache-Drucken aus lokaler Produktion.


Cutter, Lineal und Pizzakarten reichen, um sich einen analogen Motivsucher zu bauen. Freundlicherweise hat die Hochbahn diese tollen Arbeitstische gebaut.

Naheliegend: Den Motivsucher als Schablone für die Galerie im Skizzenbuch nutzen (Petersburger Hängung):




Endlich die Hände schmutzig machen. Mit Gouache in Zitronengelb, Dunkelblau und – wie versprochen – Signalrot. Mit Schwämmen und Schablonen zu Drucken klappt zwar, doch nächstes Mal werden wir es mit Rollen probieren.




Kann es einen besseren Hintergrund für die Drucke geben als dieses Schiefergrau?




Und nach 30 Minuten Trockenzeit war der Spuk auch wieder spurlos verschwunden und der Ort seiner zweckdienlichen Verwendung freigegeben (Umstieg von U4 zu S3/S6)
Auf den ersten Blick scheinen die Knie von Gänsen und anderen Wasservögeln nicht nach vorne, sondern nach hinten gebogen – eine optische Täuschung: Das Federkleid verbirgt den Oberschenkel, und wer auf einem Bein steht, lässt das andere schlicht komplett verschwinden.
Wir waren heute ganz nah an Sippe von ca. 100 Graugänsen am Alsterufer, haben zunächst anatomischen Details aufgezeichnet und uns anschließend über unsere Beobachtungen ausgetauscht.






Auf dem billigsten Papier entstehen oft die besten Zeichnungen. Wir haben bewusst das teure Büttenpapier zu Hause gelassen um die berühmte „Angst vor dem weißen Blatt“ abzulegen und ohne Rücksicht viele Zeichnungen auf Papier zu bringen.





Besonderen Dank an Adrienn für die tollen Fotos.