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Wo der Regen mitgestaltet

Ein Friedhof mag auf den ersten Blick nicht wie der klassische Ort für einen Plakatworkshop erscheinen. Gerade der Ohlsdorfer Friedhof bot jedoch eine Fülle an inspirierenden Motiven. So fanden wir eindrucksvolle Skulpturen, Grabsteine und eine vielfältige Pflanzenwelt vor, welche viele Anregungen für unsere Zeichnungen lieferten.

Bevor wir uns auf Motivsuche begaben, hieß es zunächst: locker werden. Eli hatte verschiedene kleine Gegenstände mitgebracht, die wir zunächst blind und anschließend mit der nicht-dominanten Hand zeichneten. Diese spielerische Aufwärmübung brachte nicht nur die Zeichenmuskeln in Bewegung, sondern half auch dabei, den eigenen Perfektionismus für einen Moment loszulassen.

Anschließend sammelten wir unsere Eindrücke in kleinen Rechtecken und Quadraten auf dem Papier. So entstand nach und nach eine Motivsammlung der umliegenden Grabkunst. Aus diesen Beobachtungen entwickelten wir schließlich unsere eigenen Plakatentwürfe.

Zur Inspiration schauten wir uns die Arbeiten verschiedener Plakatgestalter*innen an, darunter Helmut Brade und Julieta Canepa. Die unterschiedlichen gestalterischen Ansätze eröffneten vielfältige Möglichkeiten, Zeichnung und Text miteinander zu verbinden. Gemeinsam gingen wir der Frage nach, was ein gelungenes Plakat ausmacht: Wo platziere ich eine Headline? Was sind Sublines und Störer? Anschließend ging es an die Umsetzung der eigenen Ideen.

Auch das Wetter zeigte sich dabei ebenso abwechslungsreich wie unsere Entwürfe. Zwischen Regenschauern und sonnigen Momenten entstanden Plakate, die von den wechselnden Bedingungen eher beflügelt als gebremst wurden.