In der japanischen Tuschezeichnung findet sich etwas, das in den Gemälden der westlichen Welt oft fehlt: die freie Fläche, der Negativraum – kurzum, das bewusste Freilassen. Welcher Ort wäre dafür geeigneter als der japanische Garten in Planten un Blomen?


Um uns diesem Negativraum anzunähern, gab Martin uns zunächst eine Aufgabe mit auf den Weg: Mit nur drei Strichen Spannung auf das Blatt zu bringen. Dass wir kurz darauf noch ein viertes Element auf die bereits fertige Seite setzen sollten, stellte so manches Konzept auf den Kopf und veränderte unsere sorgsam angelegten Bildkompositionen grundlegend.


Mit dieser gedanklichen Übung im Hinterkopf widmeten wir uns anschließend den Motiven des Gartens. Zunächst arbeiteten wir ausschließlich mit schwarzer Farbe, später dann ohne weitere Einschränkungen. Die freie Fläche blieb dabei ein wesentlicher Bestandteil unserer Zeichnungen – nicht weniger wichtig als die gesetzten Linien selbst.






Es sind noch viele weitere Bilder entstanden, doch gegen Ende gab der Akku meines Smartphones auf. Aber haben wir nicht ohnehin nur für den Moment gezeichnet?

